Mit dem neuen Release inubit Suite 6 und BPM+ hat inubit die nächste Generation von Prozessmanagement ins Leben gerufen. In einem Interview stehen uns Dr. Frank Puhlmann, Dirk Slama und Sebastian Zabre als Produktmanager Rede und Antwort und erläutern, was an der inubit Suite 6 technologisch neu ist, wie Fachanwender von BPM+ profitieren und wie sich inubit damit vom Wettbewerb abhebt.
Frank Puhlmann: Die Herausforderungen an einen BPM-Anbieter sind heute sehr viel komplexer als noch vor wenigen Jahren. Während es Ende des letzten Jahrzehnts noch genügte, die Reihenfolge von Formularen als Workflow zu definieren, um eine CRM-Lösung in ein BPM-Produkt zu verwandeln, sind heute neben einer durchgängigen, homogenen Bedienung des gesamten BPM-Stacks die funk-tionalen und Betriebs-Anforderungen deutlich gestiegen.
So gibt es auf der einen Seite ständige Verbesserungen der existierenden Funktionalitäten wie Modellierung, Automatisierung, Integration, die die entsprechenden Benchmarks wie Time-to-Market oder Return-of-Invest auf klassische Weise beschleunigen.
Auf der anderen Seite geht es jedoch nicht nur um punktuelle Verbesserungen des BPM-Stacks, sondern um einen weitergefassten Ansatz, der von einfachen, Formular-basierten Prozessen zu kompletten Geschäftslösungen führt. Diese Lösungen bestehen aus verschiedensten Arten von Prozessen und integrieren sowohl existierende Unternehmensapplikationen als auch Daten. Zur Kennzeichnung dieser deutlich über das klassische BPM-Geschäft hinausgehenden Funktionalität hat inubit den Begriff BPM+ geprägt.
Ein weiterer interessanter Trend zeichnet sich im Bereich des Cloud Computing ab. Während dies bisher ein eher unscharf definierter Marketingbegriff war, manifestiert sich in letzter Zeit dahinter der Übergang des Betriebs von Unternehmenslösungen hin auf dynamische Plattformen, die entsprechend der Anforderungen der Unternehmen skalieren. Kleine Szenarien lassen sich somit äußerst schnell und kostengünstig realisieren und später auf Enterprise-Dimensionen ausweiten. Allerdings befindet sich die Entwicklung solcher Lösungen noch in den Anfängen, und auf dem Weg zu dieser Vision gibt es noch zahlreiche Hindernisse zu überwinden. So dürfen Teile von Prozessen, z. B. mit personenbezogenen Daten, nur in-house ausgeführt und Daten unter Umständen physisch nur in EU-Ländern gespeichert werden.
Bis diese Anforderungen in einer flexiblen Infrastruktur realisiert werden können, gibt es allerdings schon sehr viele Quick Wins auf dem Weg dahin, im Besonderen für Fachbereiche. Neben der Verwendung und Integration existierender Cloud-Anwendungen wie Salesforce, können bereits heute Prozesse in der Cloud modelliert und diskutiert werden, wonach diese im Anschluss nahtlos umgesetzt werden können.
Dirk Slama: Im klassischen BPM steht der Prozess im Mittelpunkt. Der BPM-Zyklus definiert, wie Prozesse analysiert, modelliert, ausgeführt und überwacht werden. Mit BPM+ erweitern wir die Betrachtungsweise um zwei wichtige Dimensionen. Auf der horizontalen Achse im „+“ stehen die unterschiedlichen Prozessklassen. Prozess ist ja nicht gleich Prozess. Mit BPM+ adressieren wir stark strukturierte Prozesse mit hohem Automatisierungsgrad, klassische Human Workflows, aber eben auch weniger stark strukturierte, eher kollaborative Prozesse. Auf der vertikalen Achse adressiert BPM+ das ganze Spektrum moderner Unternehmensanwendungen, von portalbasierten Prozessapplikation bis hinunter zur Datenebene. Die Integration von Prozessen und Daten im Kontext von BPM+ ist ein ganz wesentlicher Schritt. Prozessdaten und Stammdaten können hier eng verzahnt werden. Schließlich ist ein Prozess nur so gut wie seine Daten. Die Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Datenquellen über einen innovativen Federation-Ansatz sowie die Integration von Dokumenten in Prozesse runden das Bild ab.
Die enge Verzahnung dieser verschiedenen Betrachtungsweisen im einheitlichen BPM+ Konzept ermöglicht es erstmals auch Fachanwendern, nicht nur in die Prozessmodellierung eingebunden zu werden, sondern in die komplette Gestaltung von Prozesslösungen, vom User Interface über den Prozessfluss bis hin zur Datenmodellierung. Die IT kann die Modelle direkt und ohne Medienbruch übernehmen, verfeinern und zur Ausführung vorbereiten. Dieses gelebte IT / Business- Alignment unterscheidet den „BPM+ by inubit“-Ansatz von der klassischen Herangehensweise vieler anderer Anbieter.
Sebastian Zabre: Unsere Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit unseren Kunden zeigen, dass wir mit der inubit Suite eine sehr starke Lösung für vollautomatisierte Prozesse und Integration, Human-zentrische Workflows sowie ganzheitliches Prozessmanagement anbieten. Mit Blick auf die erwähnten Entwicklungen am Markt sind wir aber natürlich vorne mit dabei, wenn es darum geht, Lösungen für bisherige technische Hürden unserer Kunden zu finden. Mit der inubit Suite 6 adressieren wir daher Themen wie teilstrukturierte (ad hoc) und unstrukturierte (dynamic) Prozesse, eine effizientere UI-Entwicklung und dokumentenzentrische Workflows. Wir erweitern darüber hinaus unser Leistungsspektrum um Aspekte wie Datenmanagement in verteilten Umgebungen, ermöglichen die Kombination von Daten und Prozessen in agilen Lösungen, verbessern Zusammenarbeit der Fachabteilungen und der IT und schaffen Möglichkeiten zum kollaborativen Modellieren im Web.
Natürlich spiegelt die neue Architektur der inubit Suite 6 diese Erweiterungen wider. Das inubit Enterprise Portal zum Beispiel umfasst neben dem bekannten Process Cockpit und den darin enthaltenen Portlet-Applikationen Process Viewer, Taskliste und Report Viewer nun auch noch zwei weitere Anwendungen, nämlich den inubit WebModeler, ein Tool für die kollaborative Modellierung im Web, sowie das inubit Solution Center, eine prozess- und datenzentrische Plattform, mit der Fachanwender ganz ohne Programmierkenntnisse qualitativ hochwertige Business Solutions realisieren können. Die dafür neu entwickelte View Engine zeichnet sich zum einen durch vorgefertigte Views, zum anderen durch den WYSIWYG View-Designer aus, der die Erstellung und Anpassung von Portal-Oberflächen erheblich beschleunigt. Das ebenfalls integrierte Business Repository gewährleistet als Datenpool u. a. die Persistenz direkt aus den Datenmodellen und beschleunigt damit ebenfalls die Erstellung von Lösungen.
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Dr. Frank Puhlmann, Dirk Slama, Sebastian Zabre